
Heimweh im Gepäck – Vom Kommen und Gehen, Bleiben udn Weiterziehen
Bei dieser Produktion handelte es sich um meine Abschlussinszenierung für mein Studium der Theaterpädagogik. In Kooperation mit dem Kulturzentrum Schlachthof in Bremen, suchte ich nach interessierten Teilnehmer*innen, arbeitete mit ihnen theaterpädagogisch und biografisch zum Thema „Heimweh“ und inszenierte mit ihnen das Stück „Heimweh im Gepäck“, welches im Januar 2020 erfolgreich Premiere feierte. Eine Wiederaufnahme fand im Februar im Gerhard Marks Haus in Bremen statt, im Rahmen der Ausstellung „Adrift“ von Ricardo Brey.
„Heimweh kommt am meisten dann hoch, wenn ich Musik aus meiner Heimat höre“ – Reza Abbasi – „Es ist natürlich manchmal sehr schwer hier und klar es gibt solche Momente wo du denkst scheiße ich will zurück. Aber ich bereue gar nichts“ – Sebastián Rondón Contreras
Menschen kommen von Überall und treffen irgendwo zufällig aufeinander. Jede*r trägt einen Koffer mit sich. Einen Koffer voller Erinnerungen und Gefühle. Eine gemeinsame Reise beginnt, auf der Suche nach einem Ort zum Bleiben und sich Wohlfühlen. Doch auf der Reise kommt bei jedem einzelnen irgendwann das Gefühl von „Heimweh“ auf. Aber: wonach genau haben wir eigentlich Heimweh? Nach dem Haus, in dem wir geboren wurden und in dem bis heute unsere Familie wohnt? Nach Mutter, die immer besorgt fragte, ob wir auch genug Essen eingepackt haben? Nach dem Duft von frisch angebratenem Knoblauch oder nach dem Geräusch von Wildtauben? Oder vielleicht nach der Zeit in der wir uns als Kinder noch nicht vor allem allein verantworten mussten?
Gemeinsam arbeiteten von August 2019 bis Januar 2020 Menschen aus verschiedenen Ländern mit unterschiedlichen Biographien im Kulturzentrum Schlachthof zum Thema „Heimweh“. Unter der Leitung der Theaterpädagogin Carlotta Träger werden persönliche Geschichten und Erfahrungen ausgetauscht und szenische Bilder dafür gefunden. Typische Gerichte und Gerüche beschrieben, Lieder, die in Verbindung zum eigenen Heimweh stehen gehört und, sofern es welche gibt, besondere Objekte aus der Heimat gezeigt und ihre Bedeutung offenbart.
„Heimweh im Gepäck“ wurde freundlich unterstützt durch den Fonds Soziokultur, die Sparkasse Bremen, die Hollweg Stiftung und dem Kulturzentrum Schlachthof. Das Projekt fand in Kooperation mit dem theaterSCHLACHTHOF statt.

Fotos: Laure Estival